Sie sind hier

Clavicytherium

Abb. Clavicytherium Dornbach
Abb. Clavicytherium Dornbach

St. Katharina zu Dornbach im Maltatal in Kärnten, unbekannter Meister, um 1463.
© Carmen und Heinz Gaggl

Abb. Clavicymbalum Thörl
Abb. Clavicymbalum Thörl

St. Andreas zu Thörl in Kärnten, Meister Thomas von Villach, um 1475.
© Carmen und Heinz Gaggl

David Kinsela
Graham Wilson
Kyrie
frühes 15. Jh.
A-Wn Cod. 3617 , fol. 10v

Das Clavicytherium ist eine aufrecht stehende Variante des Clavicymbalums (ein Tasteninstrument, das der Wiener Hermann Poll nach eigener Aussage 1397 erfand). In Sebastian Virdungs „Musica getutscht“ von 1511 wird eine Besaitung mit Schafdarm und zusätzlichen Schnarrhaken beschrieben. Das vorliegende Instrument basiert auf einem fragmentarisch erhaltenen Exemplar von c1470 (Royal College of Music, London) und wurde mit Saiten aus Goldamalgam bezogen. Auch Metallsaiten waren für Tasteninstrumente spätestens seit dem 15. Jh. üblich. Ähnlich wie beim späteren Cembalo werden die Saiten über eine Mechanik mit Kielen angerissen.

Die hier eingespielte Kyrie-Bearbeitung für ein Tasteninstrument stammt aus einer Sammelhandschrift mit theologischen Texten des Benediktinerklosters Mondsee (A-Wn Cod. 3617). Einer der späteren Besitzer der Handschrift um 1472 war der Salzburger Goldschmied Peter Spörl, der zu gleicher Zeit auch die Mondsee-Wiener Liederhandschrift (A-Wn Cod. 2865) besaß.

(Aufnahme mit freundlicher Genehmigung entnommen aus der CD „Fundamentum. The Birth of Keyboard Repertoire“, David Kinsela, organ.o 2002.)

Marc Lewon

Referenzen

Texte

Hörbeispiele