Viola d'arco
Ende des 15. Jh.s tauchen in der Ikonographie Norditaliens auf einmal wieder da gamba-gespielte Streichinstrumente auf. Sie sind größer als die da braccio-Instrumente des 14. und 15. Jh.s und werden den Anforderungen an ein neues, instrumentales Ensemblerepertoire gerecht, das zusätzliche Instrumente in tieferen Lagen erfordert. Nur wenig später finden sie sich auch im deutschsprachigen Raum unter dem Begriff „Großgeigen“ und sind bereits in den frühesten Musikkompendien, wie Virdungs „Musica getutscht“ von 1511, aber auch z.B. im Triumphzug Maximilians vertreten. Sie werden in der Ikonographie häufig als Consortfamilien sowie mit anderen, ähnlichen Streichinstrumenten abgebildet und waren für das instrumentale Ensemblespiel von Polyphonie vorgesehen. Die Viola d’arco (oder Großgeigen) wird zwischen den Beinen gehalten und mit einem unterhand geführten Bogen angestrichen, gelegentlich gibt es Abbildungen, die eine da spalla-Haltung zeigen. Sie hat Bünde, wie die Laute, die i.d.R. doppelt ausgeführt sind. Sie hat meist fünf Darmsaiten, deren relative Abstände zueinander wie die oberen Chöre der Laute gestimmt sind.
Referenzen
Hörbeispiele
- Alle Dei filius (Trient 91)
- Argentum et aurum
- Comme femme desconfortée
- Es sassen höld in ainer stuben
- Gespile, liebe gespile gút
- Heya, heya, nun wie si grollen
- Ich sachs einsmals
- La Martinella
- Mantúaner dantz
- Maria zart
- Pavane
- Rondeau Edlerawer
- Seigneur Leon
- Sig, säld und hail
- Sig, säld und hail (Contratenor melior)
- So steh ich hie
- Tannhauser
- Vil lieber zit. Jo. Götz